Die Wetzlarer Neue Zeitung (WNZ) hatte die in Ehringshausen kandidierenden Parteien und Wählergruppen zu aktuellen Positionen rund um Wirtschaft und Finanzen befragt. Zusammenfassungen der Antworten sind im Lokalblatt erschienen. Die kompletten Antworten von David Rauber auf die drei Fragen gibt es hier in kursiv.
Schon 2021 hat die Gemeindevertretung auf Antrag der FWG-Fraktion nahezu einstimmig beschlossen, das Gewerbegebiet in Katzenfurt zeitnah zu erweitern. Erst jetzt sind dafür aber auf Antrag der SPD-Fraktion die Mittel im Haushalt bzw. im Investitionsprogramm 2027 veranschlagt worden. Auch bis die Sanierung der Stegwiese begonnen hat, sind Jahre vergangen. Was wollen Sie und Ihre Partei machen, um die Prozesse in der Verwaltung zu beschleunigen?
Da lohnt die Recherche: 2021 hatte die Gemeindevertretung beschlossen, dass das Gewerbegebiet in Katzenfurt erweitert werden soll. Mit Blick auf die absehbar langwierige Sanierung der nahen Autobahnbrücke war allen klar, dass das dauern wird; Jahreszahlen wie 2027 wurden in der Diskussion genannt. Die Sanierung der Stegwiese wiederum wurde durch die intensiven Baumaßnahmen im Bereich Borngraben und dann am Shellkreisel ab 2022 Schritt für Schritt vorbereitet. Technisch sei das besser so, war die Begründung der Verwaltung. Untätig war die Gemeinde also nicht. Viele Autofahrer werden sich an die Staus erinnern. Aber besser später und richtig vorbereitet angefangen als mit teurem Murks im Schwarzbuch des Steuerzahlerbunds landen. Personell ist die Verwaltung im Baubereich ordentlich ausgestattet, mehr geben Arbeitsmarkt und Gemeindefinanzen ohnehin kaum her. Wo Luft nach Oben ist: Digitalisierung der Prozesse. Das wollen wir deutlich verbessern.
Vor dem Hintergrund, Betrieben Flächen zur Verfügung zu stellen, wollen die Fraktionen die Erweiterung des Gewerbegebiets Katzenfurt vorantreiben. Was wollen Sie und Ihre Partei (außerdem) machen, damit die Gemeinde attraktiver für Gewerbetreibende wird?
Ehringshausen ist ein sehr attraktiver Standort, nicht nur wegen seiner sehr guten Verkehrsanbindung mit Autobahn und Bahn. Die Gemeinde punktet weiter mit guter Infrastruktur einschließlich preiswerten Kitas und sehr guter Gesundheitsversorgung. Dazu kommt ein moderater Gewerbesteuersatz und eine niedrige Grundsteuer. Bei der Flächenentwicklung wird es absehbar neue Möglichkeiten auf dem Omniplast-Gelände geben. Und im Sinne der Stärkung der Gesundheitsversorgung wollen wir bei Freiwerden der Flächen der Rewe-Märkte in der Kölschhäuser Straße bevorzugt (nicht zwingend) Angebote im Gesundheitsbereich ansiedeln. Hinzu kommt die Erweiterung in Katzenfurt.
Im Vergleich zu anderen Kommunen steht Ehringshausen finanziell, etwa aufgrund der Rücklagen, noch relativ gut dar. Was wollen Sie und Ihre Partei machen, damit das auch in Zukunft so bleibt und sich die finanzielle Situation nicht weiter verschlechtert?
Bleibt die Wirtschaftsflaute, bleibt es schwierig. Aber. Was die Gemeinde dagegen tun kann, machen wir auch. Es ist ein Mix aus Sparsamkeit bei den Ausgaben, kostendeckenden Gebühren und moderaten Steuern, der Ehringshausen seit 2010 aus der Schuldenfalle geführt hat. Als Jürgen Mock 2010 ins Amt kam, hatte die Gemeinde ihr Konto um Millionen überzogen. Seit Jahren hat die Gemeinde ein ordentliches Plus, eben eine Reserve für schlechtere Zeiten wie jetzt. Denn uns ist wichtig, dass die Gemeinde auch in schwierigen Zeiten handlungsfähig bleibt und investiert.