Stephan Aurand beim VortragWas tun Gemeinde und Kreis, um eine soziale Kommune zu sein? - Dieses Thema stand von der Kinderbetreuung bis zur Asylbewerberunterbringung im Mittelpunkt des diesjährigen Neujahrsempfangs der Ehringshäuser SPD. Die Sozialdemokraten hatten den Kreisbeigeordneten Stephan Aurand, seit November Dezernent für Soziales, Jugend und Gesundheit im Kreis, als Gastredner gewonnen. Im musikalischen Rahmenprogramm riss der Chor Stimmen 2001 unter Leitung von Anja Nell-Fey die rund 50 Gäste aus Vereinen, öffentlichem Leben und Kommunalpolitik, unter ihnen Landrat Wolfgang Schuster und Landtagsabgeordneter Stephan Grüger, mit.
Aurand berichtete aus seiner Arbeit als Dezernent und den Erfahrungen als langjähriger Dietzhölztaler Bürgermeister. Die Kommunen kümmerten sich um alle sozialen Belange für ihre Bürger jeden Alters.
Das machte er an vielen Beispielen deutlich: „Wir erfüllen den Rechtsanspruch auf einen Kindergarten- und Krippenplatz. Wir bieten Kindertagespflege als fachlich gute und preiswerte Ergänzung gerade für ungewöhnliche Betreuungszeiten,“ so Aurand mit Blick auf die Jüngsten. Leider müssten die Kommunen die Kosten der Kinderbetreuung fast allein schultern. „Das Ziel eines familienfreundlichen Landkreises haben wir in erheblichem Umfang erreicht. Vor Jahren wurden uns für heute beachtliche Bevölkerungsrückgänge vorhergesagt. Sie sind nicht eingetreten,“ freute sich Aurand.
„Bei der Betreuung Behinderter wollen alle eine Entwicklung weg von Fürsorge und Sozialhilfe hin zu möglichst großer Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe“, schilderte er mit Blick auf Bestrebungen der großen Koalition in Berlin, ein Teilhabegeld einzuführen. Das sei ein guter Ansatz für die Betroffenen und verspreche finanzielle Entlastung der Kommunen. Näher ging Aurand auf den Schutz des Kindswohls ein, der dem Kreis als Jugendhilfeträger obliegt. Hier wolle der Kreis trotz schwierigster Haushaltslage die Mittel aufstocken und ambulante Angebote ausbauen. Auch das sei pädagogisch sinnvoll und spare längerfristig Geld.
„Die Unterbringung von Asylbewerbern ist ein großer Kraftakt für den Kreis, aber auch die Städte und Gemeinden. Wir erfahren viel Unterstützung engagierter Bürger, die sich in der Betreuung der vielfach traumatisierten Flüchtlinge einbringen,“ sagte Aurand. Der Kreis bemühe sich um eine gute Information und Einbindung der Bevölkerung. Angesichts der Krisen rund um den Globus müsse man mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen rechnen.
In seinem Grußwort hatte zuvor Bürgermeister Jürgen Mock den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote in Ehringshausen und die generationenübergreifende Arbeit der Seniorenhilfe.