Susanne Schaab beim VortragSchotten war die erste hessische Gemeinde, die mit allen ihren Stadtteilen ein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) aufstellte, um die Dorferneuerung für alle 15 Schottener Ortsteile umzusetzen. Dabei sind die Rahmenbedingungen im Vogelsberg alles andere als einfach: Die nächsten Fernverkehrsverbindungen sind nicht um die Ecke, die Bevölkerungszahlen gehen seit Jahren deutlich zurück.
Die 15 Stadtteile mit ihren rund 11.500 Einwohnern sind auf eine Fläche verstreut, die Schotten nach den Großstädten Frankfurt und Wiesbaden neben der Stadt Schlitz zu einer der flächengrößten Städte Hessens macht. Entsprechend lang und teuer sind Straßen-, Wasser- und Kanalnetz. Angesichts von Studien, die den Vogelsberg einseitig als eine Art Entleerungsregion darstellten, habe die Dorferneuerung wieder Perspektiven gebracht und Zukunftsängste nehmen helfen.
Auch der inhaltliche Schwerpunkt sei neu: „Statt Investitionen in Steine geht es jetzt um die Stärkung des Zusammenhalts in der Gemeinde“, sagte Schaab. Konkret umgesetzt seien bereits regelmäßige Veranstaltungen für Demenzkranke in dem – barrierefreien – Dorfgemeinschaftshaus eines Stadtteils. Ganz generell geht es laut Susanne Schaab bei der Dorferneuerung neuen Typs weniger um die Schaffung neuer Baulichkeiten als darum, die bestehenden mit neuem Leben zu füllen. Der ausgediente Polizeiposten etwa beherbergt jetzt eine Nachbarschaftshilfe und ein Soziales Beratungszentrum. Etwas Ähnliches gibt es ab 25. Januar mit der Seniorenhilfe auch in Ehringshausen.
Was in vielen Ohren bürokratisch klingt („Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept“), verlor angesichts von Susanne Schaabs Vortrag schnell seinen möglichen Schrecken. Dass die Dorferneuerung die Menschen aus den Stadtteilen zusammengebracht hat, viele neue Ideen formuliert und zur Umsetzung gebracht wurden und sich der Zusammenhalt in der Kommune stärken lässt: Alles das zeigte die engagierte Kommunalpolitikerin mit ihrem lebhaften und kurzweiligen Vortrag auf. Auf Dauer blieben, machte sie deutlich, neue Zukunftsperspektiven und mehr Zusammenhalt in der Gemeinschaft. Auch die wirtschaftliche Entwicklung habe neue Impulse, gerade für den Tourismus, bekommen. „Die Dorferneuerung ist keine Spielwiese für Parteipolitik“, mahnte Susanne Schaab aber auch und verwies auf die Notwendigkeit, dass die Mitglieder der Gremien mitarbeiteten, aber sich zurückhielten, wenn es um herausgehobene Funktionen im Prozess gehe.